Hallo zusammen,
hier kommt ein neuer Bericht aus Dalian ,China.
Heute habe ich mit 5 anderen Praktikanten (VW und Bosch) einen Tagestrip ins 300km entfernte Bin Yu Guo Tal unternommen.
Wir sind (ja… Samstags) um 5Uhr aufgestanden. Nach einem kalten Milchkaffee aus dem Importstore haben wir uns 2 Taxis genommen und sind nach Downtown (Innenstadt) gefahren. Dort sind wir zum Ticket-Schalter für Touren nach Bing Yu Guo (Direkt neben diesem hatten mehrere Hundert Chinesen wohl in der Nacht auf Samstag ihre dringlichen Geschäfte verrichtet und dementsprechend hat es leider auch gerochen -> direkt beim Hauptbahnhof…).
Die Menschen hier sprechen meist Null Englisch und warum sollte es ausgerechnet beim „Tourist Ticket Office“ anders sein? Anscheinend ist man hier nur auf chinesische Touristen ausgerichtet.
Nachdem Marcel (lebt seit Februar 2009 in China) uns die Tickets besorgt hatte (natürlich nicht ohne Preisverhandlung), ging die Reise los…aber Moment…wo ist eigentlich unser Ticket? Warum haben wir bezahlt und keine Gegenleistung bzw. Bestätigung bekommen…Nach weiteren 10min verhandeln haben wir ein Stück Papier bekommen, dass uns anscheinend in den Bus verhelfen sollte. Leider immer noch kein Bus in Sicht ;-) Es wurde uns gesagt, dass dieser 1x pro Woche direkt nach Bin Yu Guo fährt. Nach weiteren 10min tauchte dann ein ominöser Touristguide auf…alle 6 Teilnehmer brav hinter ihm her. Wir sind über mehrere Strassenzüge hinter ihm hergelaufen, bis wir tatsächlich Busse gesehen haben (die fahrtüchtig aussahen). Nach weiteren Verhandlungen an der Türe des Busses sind wir tatsächlich eingelassen worden. Krass…
Nach 3,5h Busfahrt gen Norden haben wir in einem kleinen Dorf vor dem eigentlichen Ziel gegen 11Uhr angehalten und wurden in eine Seitenstrasse – in ein „Restaurant“ geführt. Dort warteten bereits allerlei Speisen auf uns, da wir einen Pauschalpreis für Hin/Rückfahrt, Essen und Parkeintritt gezahlt hatten (circa 35€). Die Speisen sahen für chinesische Verhältnisse (bis auf wenige Ausnahmen) essbar aus. Nachdem wir mehrere der Gerichte versucht hatten, beschränkte sich der Großteil unserer 6-Mann Gruppe auf Reis mit Gurkenstücken aus dem Salat J
Gegen 11:30Uhr gings weiter Richtung Nationalpark „Bin Yu Guo“. Die Schotterwege im Park waren definitiv zu eng für 2 Busse, wodurch bei entgegenkommenden Fahrzeugen von den Busfahrern oftmals Millimeterarbeit verrichtet wurde. Gegen 12Uhr sind wir im Eingangsbereich angekommen.
Der Park an sich ist eine Mischung zwischen atemberaubender Natur (Seen, kleinere Berge mit Tempeln, tolle Gesteinsformationen) und Touristenattraktion. Viele chinesische Touristen kommen hierher, um Jetski zu fahren, Achterbahn zu fahren und sonstigen Vergnügungspark-Attraktionen nachzugehen. Daher mussten wir uns immer etwas von der Gruppe entfernen, um reine Natur zu sehen. Nach einigen Bootsfahrten und längerer Wanderung durch den Park, mussten wir an verschiedenen Stellen zusätzlich bezahlen. Dies wurde uns im Voraus (natürlich) nicht mitgeteilt. So standen wir beispielsweise vor einer Hängebrücke, für deren Überquerung wir 1YEN à ca. 0,16€ zahlen mussten. Weiterhin erstreckt sich das Parkgebiet über mehrere Kilometer. Um den Ausgang halbwegs innerhalb des Zeitrahmens zu erreichen muss man folglich 10Yen für eines der Fahrzeuge dort bezahlen und sich über längere Strecken chauffieren lassen. Bei 2 Wasserpassagen waren weitere 2YEN für den Bootsfahrer zu entrichten.
Nachdem wir den Parkausgang erreicht hatten, wurden wir durch eine Art Souvenirshop durchgeschleust. Dort gab es FISCH, Larve, Käfer, Krebse und mal wieder UCD‘s (Unidentifizierbare Chinesische Dinge)
Im Anschluss haben wir weitere 100YEN bezahlt, um an einer 2-stündigen Raftingtour teilzunehmen. Diese war das Geld definitiv Wert und wir hatten eine erholsame und lustige Zeit auf dem Fluss. Am Ende unserer Bootstour warteten wiederum Menschen der ländlichen Bevölkerung auf uns, um uns Wurzeln, Äste, Pilze, Eier und sonstiges anzubieten.
Die Rückfahrt (weitere 3h) habe ich sehr intensiv in Erinnerung, da die ganzen Dörfer zwischen chinesischen Städten so gut wie ausgestorben sind. Alle Bewohner solcher kleiner Dörfer hat es in den letzten Jahren (aufgrund von Arbeitssuche und Not) in die Städte gezogen. Was zurückbleibt sind zerstörte Häuser, eingeschlagene Fenster, Ruinen und lediglich zu Arme, Schwache, Kranke oder alte Menschen bleiben zurück. Diese leben oftmals unter Umständen, die nicht mehr menschenwürdig sind!
In diesem Sinne – genießt die Zeit im Paradies Deutschland und lasst es euch gutgehen.
Neue Bilder findet ihr wie immer hier:
http://picasaweb.google.com/stephan.essig/Dalian#
Viele Grüße aus China,
Stephan
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